Der fliegende Holländer

Beinahe sechs Jahre ist es her, seit ich in die Welt der Grids und Prims eingetaucht bin. Es muss in etwa der Herbst 2008 gewesen sein, als ich mich mit meinem alter ego, Buk B., bei Second Life registriert. Mein erster Avatar ist sogar noch älter, allerdings hatte ich seinerzeit das Passwort des Accounts vergessen und habe mich daher einfach neu registriert.

Die meiste Zeit von diesen fast sechs Jahren war ich – im Gegensatz zu anderen vielleicht – nicht im Grid. genau genommen war es nicht einmal ein dreiviertel Jahr, in dem ich mich sehr intensiv in Second Life aufhielt, danach wurde diese Phase durch andere Verpflichtungen und Interessen jäh unterbrochen.

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Sonnenuntergänge

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…sind halt doch im Grid am schönsten. Oder? 😉

 

Wir machens uns mal wieder gemütlich…

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…im Hypergrid. Die Möbel sind schon da.

Flagge zeigen

Wir hatten heute eine schöne Idee: Nicht immer ist man in Stimmung, Gesellschaft zu haben, nicht immer ist man ‚gut drauf‘, manchmal ist man sehr beschäftigt, und natürlich ist man auch manchmal in Laune zu quasseln oder zu schreiben.

Die Möglichkeiten bei den Clients das zu signalisieren sind sehr beschränkt, außerdem bricht es die Anschauung wenn man das in der Freundesliste einstellt und ‚inworld‘ gar nichts davon zu bemerken ist. Mal ganz zu schweigen davon, dass die Funktionalität je nach Serverkonfiguration gar nicht immer gegeben ist sich „unsichtbar“ zu schalten.

Angelehnt (aber leicht verändert) an den guten alten Biorythmus, der drei Kategorien unterteilt, nämlich

  1. Intellektuell: Wie man so geistig auf der Höhe ist
  2. Emotional: Wie es einem so geht, und
  3. Sozial: Ob man gerade Bock auf Gesellschaft hat

habe ich heute drei Flaggen mit Photoshop ‚hingeschludert‘ wie es so meine Art ist ;), und diese mit Masten versehen. Es per Klick zu verändern wird vielleicht noch folgen, im Moment genügt die Sache der Ansicht, auf Programmieren hatte ich heute keine Lust 🙂 (man beachte die blaue Flagge). Nun, so sieht es denn aktuell bei mir gerade aus:

We go OS-Grid

Nachdem es uns etwas zu dörflich war – im besten Sinne des Wortes – haben wir gemeinschaftlich beschlossen uns etwas mehr in der Anonymität der Weite zu versenken und migrieren rüber zu OSGrid. Und das natürlich auch gleich richtig mit den nötigen Auslauf (12 Regionen). Wir sind nicht kontaktscheu, aber es ist ein (für uns zumindest) nicht sehr angenehmes Gefühl wenn man 30-50% der Belegschaft stellt die abends da ist, verbunden mit der Bedeutung die es für den Rest vom Dorf hat („…. aaah, endlich ist er da …. *draufstürz* *abbussel* ….“) 😉

Einiges ist anders dort, so ist die Grundkonfiguration eine, die – wahrscheinlich auch dank der 0.7.1 – sehr viel im Grid selbst speichert, wenn auch die lokale Standard-DB noch sämtliche Estate-Angelegenheiten vorhält. Auch Prim-Informationen werden dort abgelegt, so weit ich das bisher sehen konnte wird jedoch die Asset-DB zentral geführt. Es ist noch einiges an Feinarbeit notwendig bis dort alles geschmeidig läuft, aber ein Wohlfühl-Faktor konnte schon diagnostiziert werden.

Wohin gehst du Amanda?

Der Tod (Majo) ist etwas, das wir nicht verstehen, nicht verstehen können. Er liegt außerhalb unseres Universum, und dennoch ist er ein ständiger Begleiter von uns seit unserer Geburt. Viele argumentieren (Schlingensief), dass unser Leben darin bestünde zu Sterben, es zu lernen, uns zu lösen von all dem was wir aufgebaut haben. Manche versuchen ihm seinen Stachel zu nehmen indem sie die Thematik humoristisch angehen (TerryPratchett – Alles Sense!), über den Sensenmann zu lachen ist eine große Leistung des menschlichen Geistes. Manche sagen, die Menschen seien die einzigen Lebewesen unseres Planeten die sich des Sterbens bewußt seien. Der Beginn des Menschsein wird oft darüber definiert, seit wann Bestattungen stattfinden. Der Ohnmacht dieses Themas wird begegnet indem Götter geschaffen werden, Jenseitiges mit der Möglichkeit der Unendlichkeit soll trösten, soll nicht alles vergeblich erscheinen lassen.

Es war mir nicht vergönnt, Majo persönlich kennenzulernen, aber das Echo das sein Gehen verursacht, spricht für sich. Wenn Kueperpunk schreibt „Mach’s gut Case“, dann drückt sich hier unser Wünschen und unsere Sehnsucht aus, dass es nicht vorbei sein mag innerhalb unserer Wahrnehmungsmöglichkeiten. Es mag sein, dass nichts verloren geht was jemals an Energie gegeben war, im gleichen Sinne wie nichts wirklich Neues entsteht. Wir sind nicht in der Lage gleichzeitig Ort und Impuls eines Teilchens präzise zu bestimmen (Heisenberg), darin steckt unsere geheimnisvolle zusätzliche Dimension, die Zeit, die wir nämlich noch nie verstanden haben und die absolut außerhalb unserer Vorstellungskraft liegt.

Zeiten in virtuellen Umgebungen laufen anders wie schon Roland geschrieben hat. Ich behaupte, unser Nicht-Verstehen-Können des Todes gibt es in Wirklichkeit nicht, erst wir haben Tod definiert, und hinter diesem Nichtverstehen steckt in Wirklichkeit das Nichtverstehen der Zeit.  Und ich möchte eine gewagte These aufstellen: Kreativ sein in virtuellen 3D-Umgebungen bedeutet auf dem richtigen Weg des Loslösens zu sein von diesseitigen materiellen Gütern. Dort existiert eine andere Zeit, nicht nur dass sie oft scheinbar schneller läuft, oft scheint sie auch stillzustehen, Avatare altern nicht. Ohne Zeit gibt es kein Sterben, es gibt nur noch Gleichzeit, und so mögest du Majo nun außerhalb der Zeit sein, wie auch immer.

Revolution?

Es geistert schon länger in den Köpfen der Menschen, und es könnte erstaunlicherweise tatsächlich finanzierbar sein, wenn man sich überlegt welche Instanzen alle wegfielen: Das Grundeinkommen für alle. Hier ein Beitrag des Schweizer Fernsehens dazu, der zeigt, dass sich sogar Unternehmer dafür einsetzen. Meine Meinung dazu ist, dass es einen Übergangszeitraum gäbe der durchzuhalten wäre, bis klar ist, dass Menschen tatsächlich arbeiten wollen – und würden, auch ohne Geld dafür zu bekommen – um mit ihrem Tageslauf zufrieden zu sein.

Dramen

Wenn es etwas gibt, das mich immer wieder verunsichert, dann sind es die zwischenmenschlichen Aspekte auf diesen Simulationen. Sei es, dass falsches „zwischen-den-Zeilen-lesen“ stattfindet, oder sei es, dass Übertragungen stattfinden indem das eigene Denken anderen unterstellt wird (Watzlawick lässt grüssen mit seiner „Anleitung zum Unglücklichsein“).

Ist man empathisch ausreichend oder über Gebühr versorgt, so hat man einerseits die Chance sehr angenehme Situationen zu erleben, andererseits bleibt es nicht aus, dass man gerade wenn es um Reaktionen des anderen Geschlechts geht recht schnell in sehr intensive Dialoge rutscht die einen sehr verunsichern können, denn letztlich weiß man doch nichts vom Gegenüber, baut aber jede Menge Annahmen da der menschliche Geist dazu tendiert die Lücken selbständig zu füllen. Hier ist mein beliebtes Beispiel immer das Schauen auf im TV gerasterte Bilder um Personen unkenntlich zu machen, kneift man die Augen zusammen sieht man deutlich mehr, das Fehlende wird automatisch ergänzt, eine wunderbare Leistung unseres Zentralrechners ;). Ähnlich findet der Ergänzungs-Mechanismus in der VR statt, mit dem Effekt dass man bestimmte Bilder und Eindrücke von den hinter den Avataren agierenden Menschen hat, die jedoch mit der Realität so viel zu tun haben wie ein oranger Klecks an der Wand mit einer echten Sonnenblume.

Legoland ist Legoland, und als solches sollte es auch genutzt werden. Niemand kommt auf die Idee die kleinen Bausteinchen könnten der Ernährung dienen, selbst 5jährige wissen schon dass man wenn man Hunger hat doch besser in die Küche rennt oder nach Mama/Papa ruft anstatt sich in der selbstgebauten Bäckerei zu bedienen.

Einsamkeit ist jedoch in den virtuellen Welten ein immer wiederkehrender Faktor und so verfallen viele dort der Versuchung, in der Wirklichkeit fehlende Aspekte einer Partnerbeziehung dort zu kompensieren. Das mag vorübergehend von Erfolg gekrönt sein, immer jedoch hat es diverse sehr gefährliche Aspekte die an Drogenkonsum erinnern lassen. Nicht zuletzt deshalb sind MMORPGs für Jugendliche (und Erwachsene) wenn nicht mit „Abstand“ betrieben einerseits so begeisternd, andererseits so drastisch hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den sonstigen Tagesablauf.

Bleibt als Resumé festzuhalten, dass wir hier uns der Konstruktion stets bewußt sein müssen, denn wir sehen und lesen und hören was wir zu sehen oder hören wünschen, nicht was real existiert. Natürlich können wir jetzt den Bogen weit spannen und über Konstruktivismus im allgemeinen auch in unserer realen Umgebung philosophieren, aber das mag Stoff sein für eine andere Märchenstunde … 😉

Neulich im Grid…

In gemütlicher Runde
In gemütlicher Runde

Da war ja ganz schön was los gestern Abend auf unserer Region Vanalten. Eigentlich wollten wir nur unseren WebOnAPrim-Versuchsaufbau testen, aber dann schneite ein Gast nach dem anderen rein. Zunächst die Wanda, die schnell ihren Spitznamen „Fischchen“ weghatte. Sie wollte unbedingt den „Blubber-Nebel“ haben, um ihren Feenwald etwas mystischer zu gestalten. Dann schaute auch noch Lena, die Metropolis-„Hausmeisterin„-Facility-Managerin vorbei. Zak war nur kurz da, und, zack, war er auch schon wieder weg, und wir versackten schließlich in trauter Runde mit Wanda und Pixel Prim, dem weltbesten Metropolis-Baumeister. Das Foto zeigt von links nach rechts einen Eindruck von der Veranstaltung 😉

Ausstellungsvorbereitungen

Meine Idee einer Fotoausstellung auf Utopia nimmt erste konkretere Formen an. Ich habe jetzt mal eine Bildertafel gebastelt, auf der die Fotos dargestellt werden können. Die Tafel ist vier Meter Breit und 3 Meter hoch (ohne Standfüße). Genügend Platz also, die Fotos ansprechend darzustellen.

Jetzt muss ich die in Frage kommenden Bilder mal sortieren und auswählen. Ich denke, in den nächsten tagen wird sich noch einiges tun.