Das letzte Hemd hat keine Taschen, sagt ein Sprichwort. Gemeint ist damit, dass wir keine diesseitigen Güter oder gar Reichtümer mitnehmen können ins Jenseits. Wenn es ein solches gibt, kommen wir dort an, wie Gott uns schuf: bar jeden Besitzes. Einige Religionen glauben, dass man im jenseitigen Leben sich zumindest rechtfertigen muss für das, was man im Diesseits getan hat. War man ein schlechter Mensch oder ein guter? Es soll Einfluss haben auf die Behandlung, die uns im Jenseits zuteil wird. Was man also – demzufolge – mitnimmt, ist die Reputation, die man erworben hat. Man könnte es auch positiver formulieren: Ins Jenseits hinüber retten wir unsere Erfahrungen, das Erlebte, die Erinnerung an unser diesseitiges Sein, wie auch immer dieses verlaufen sein mag.
Monat: Februar 2011
Inception oder: Virtualität ist uralt
Eigentlich wollte ich diesen Blogbeitrag schon längst geschrieben haben, denn es ist nun auch schon wieder eine Weile her, seit ich den Film gesehen habe: Inception. Das war für mich einer der beeindruckensten Filme der vergangenen Jahre. Nicht aufgrund der schauspielerischen Leistung, die aber für Leonardo DiCaprio-Verhältnisse auch wirklich gut war (er ist irgendwie erwachsen geworden), sondern wegen des Themas und der Umsetzung desselben. Inception handelt von Menschen, die in der Lage sind, nicht nur in Träume anderer einzudringen, sondern sie auch zu gestalten. Manche sind die „Architekten“; sie sind verantwortlich für die „Kulissen“, in denen die Träume spielen. Wiederum andere schlüpfen in bestimmte Rollen, agieren gewissermaßen als Avatare, an die die Träumenden bestimmte Erwartungen stellen.