Gibt es in einer virtuellen Online-Welt so etwas wie ein Zuhause? Hat der Begriff Heimat zwischen Prims und Partikeln Platz? Können beim Gedanken an ein Stück Pixelwiese Sehnsuchtsgefühle aufkommen?
Ich für meinen Teil kann diese Frage ganz klar mit „Ja“ beantworten. Meine Heimat in Second Life heißt Scimitar. Dieser Ort, weit oben im Mainland von Second Life gelegen, ist zwar nicht der erste Ort, an dem ich in Second Life „wohnte“, aber zumindest der Ort, an dem ich die meiste und intensivste Zeit am Stück verbracht habe.
Hier habe ich wunderbare Bauwerke errichtet, die ich in ganz Second Life zusammengetragen habe. Hier habe ich Zeit mit Freunden verbracht – solchen, die ich in Second Life kennengelernt habe, aber auch solchen, die ich vorher schon kannte.
Sonnenuntergang, Lagerfeuer und Weihnachten in Second Life
Unzählige Abende haben wir dort am Lagerfeuer im Sonnenuntergang verbracht. Wir haben uns gegenseitig die neuesten Errungenschaften gezeigt, zusammen Weihnachten gefeiert, geliebt und gelitten. Es war eine sehr intensive Zeit, so intensiv wie nur wenige andere Zeiten in meinem Leben. Es war eine Zeit, an die ich mich gerne erinnere, obwohl einige dort geschlossene Freundschaften am Ende im Streit auseinandergingen.
Was ich heute noch davon besitze, sind Fotos – und manchmal kehre ich an den Ort zurück, um zu schauen, was dort so passiert.
Meistens ist das, was ich sehe, eher ein Trauerspiel: Vermüllte Landschaften, undurchdringliche Privatzäune oder „Abandoned Land“.
Man sieht das Pixelland vor lauter Prims nicht mehr

So schwelge ich nach zumeist kurzen Besuchen, die gefühlsmäßig der Visite auf einem staubigen, muffigen Dachboden in nichts nachstehen, lieber in meinen Erinnerungen.