Der wohl größte Motor, der die Ökonomie im Second Life-Universum am Laufen hält, ist der Handel mit Land. Wer tiefer in die virtuelle Welt von Linden Labs einsteigt, wird früher oder später den Wunsch haben, ein eigenes Stück virtuelles Land zu besitzen, ein Zuhause, in dem er privat ist – ob mit seinen Freunden oder alleine. Daran verdient nicht nur Lnden Labs das Gros seines Geldes, auch unzählige andere geschäftstüchtige Residents wollen mitverdienen. Dass dieses Schneeballsystem nur bedingt funktioniert, habe ich bereits an anderer Stelle aufgezeigt.
Fast immer hat der „Endkunde“ das Nachsehen, denn häufig ist eigenes Land vollkommen überteuert – ganz zu schweigen von einer eigenen Sim, den knapp 65.000 Quadratmetern eigenem Paradies, der eigenen einsamen Insel, für die Linden Labs geradezu utopische Summen verlangt.
Eine Alternative ist es, Land zu mieten. Größter Nachteil dabei sind die Restriktionen, denen der Mieter unterliegt. Meistens kann er mit dem gemieteten Land weitaus weniger anstellen, als es im realen Leben der Fall wäre. Man stelle sich nur einmal vor, man würde eine Wohnung mieten, dürfte aber nur eine begrenzte Anzahl von Möbeln aufstellen, die bestenfalls eines von drei Zimmern füllen. Man dürfte in der Wohnung kein Radio hören oder nicht den Sender wechseln, weil das nicht in der Miete enthalten ist. Und man dürfte noch nicht einmal den garten umgraben, obwohl das Gartengrundstück in dem Mietobjekt enthalten ist.
Einen Ausweg aus diesem Dilemma gibt es in Second Life selten, und wenn, dann zu einem recht hohen (Miet-)Preis.
Hinzu kommt, dass man Second Life ja nicht besucht, um eintönigen Alltag zu erleben. Man möchte eigene Welten erschaffen – was wiederum zusätzliche Anschaffungen bedeutet. Zwar ist ein schönes Haus in Second Life bei Weitem nicht so teuer wie im wahren leben und man kann es nach belieben aufstellen und wieder zusammenpacken. Dennoch macht Kleinvieh auch Mist: Im Laufe der Zeit läppern sich die Sümmchen.
Hinzu kommt der Aufwand: Aufbauen, einrichten, wieder Abbauen. Für gelegentliche Aufenthalte in Second Life ist das nichts.
Auf eine recht kostengünstige Möglichkeit, einen recht abwechslungsreichen Urlaub in Second Life auf dem eigenen Grundstück zu verbringen, bin ich nun gestoßen. Das Ganze nennt sich MultiScene. Man bekommt eine etwa 4000 Quadratmeter große Parzelle auf einer Plattform ziemlich weit oben in der Luft. Die muss man jedoch nicht selbst bestücken, sondern man kann zwischen verschiedensten Umgebungen wählen. Es genügt ein Mausklick, und schon lässt sich die Umgebung vom jamaikanischen Strand in einen Bauernhof inklusive lauschigem Baumhaus verwandeln. Ein weiterer Mausklick, und man sitzt im urbanen Loft.
MultiScene bietet drei verschiedene Mietmodelle. Das Basismodell (Mit 330 Lindendollar pro Woche ist man dabei) enthält 17 Umgebungen, zwischen denen man wechseln kann. Im Exklusiv-Tarif (490L$/Woche) sind 28 Umgebungen enthalten, und im Media-Tarif (590L$/Woche) soagr 30 – zudem hat man in diesem Tarif Zugriff auf die Media-Einstellungen der Parzelle. Mieten kann man auch auf Vier-Wochen-Basis. Entsprechend günstiger wird dann die Miete. Und wer erst einmal testen möchte, nutzt die Demos oder mietet für 30L$ eine Stunde lang eine MultiScene – auch geeignet für den Erholungs-Quickie.
Was MultiScene so attraktiv macht – neben dem wirklich günstigen Preis: für eine vergleichbare Fläche muss man andernorts ein Vielfaches des Wochenbeitrags bezahlen – ist die sorglos-Umgebung, die einem viel Arbeit abnimmt, aber gleichzeitig eine Menge Abwechslung bietet. Die Gebäude in den Umgebungen sind zum Teil von (in SL bekannten) Designern, die im Original auch eine Stange Geld kosten.
Enthalten sind in der MultiScene dann auch noch ein paar Extra-Features, zum Beispiel ein Ejector, der ungebetene Gäste fernhält.
Die Performance der Sims, auf denen sich die MultiScenes befinden (wie viele das genau sind, kann ich nicht abschätzen) ist in Ordnung, selbst wenn sich bis zu zehn Avatare in der Sim aufhalten.
Hier ist die Landmark zum MultiScene-Shop.
Und hier noch eine kleine Galerie mit Fotos vom MultiScene-Shop und aus einer MultiScene:





