ErSchaffung

Virtuelle Welten sind in Mode. Tatsächlich ist die Künstlichkeit dieser Produkte gar nicht so ausgeprägt, denn viele Mechanismen unserer sogenannten realen Welt funktionieren auch hier. Das lässt sich alleine schon daraus ableiten, dass in Umgebungen wie SecondLife recht schnell all das zählt, was auch in TerraLife eine Rolle spielt: Grundbesitz, Machtausübung durch Barrieren, Glamour-Kram, und natürlich Geld und Sex. Bei allen Möglichkeiten die dort potentiell geboten werden, ist es erschreckend und ernüchternd, wie schnell dieselben Methoden greifen wie im RealLife. Aber die existierenden Parallelen sind nicht nur negativ besetzt, denn die Tatsache, dass eben doch dieselben Inhalte sich durchsetzen, ermöglicht erstaunlicherweise eine Übertragung von Erfahrungswerten aus der einen in die andere Welt. Und so sehr es auch immer behauptet wird es sei nicht der Fall (SL ist SL und RL ist RL ist eine beliebte Floskel), die Amplituden mögen unterschiedlich hoch ausschlagen bei den jeweiligen Aktiväten, der Grundton ist derselbe.

Mir bedeuten diese Welten eine Möglichkeit, mit einem wundervollen Legobaukasten spielen – und ja – auch arbeiten zu können. Denn ernsthaft und begeistert betriebenes Spiel hat auch immer einen etwas anstrengenden Aspekt, denn es fordert. So wie der Modellbauer Zug um Zug seine Grenzen erweitert, immer komplexere Systeme schafft, so macht auch mir es Freude, immer mehr zu erzeugen, das entweder schön anzusehen, unterhaltsam zu beobachten oder freudig zu teilen ist.