Perspektiven

 

Jedes einigermaßen komplexe Lebenswesen baut sich seine eigene Welt. In diesen Milliarden von Universen existieren eigene Regeln, eigene Wahrheiten, niemand kann des anderen Kosmos wirklich verstehen wenn er nicht wenigstens eine Zeitlang in dessen Mokassins gegangen ist wie es so schön heißt bei einem wahrscheinlich völlig falschen Zitat aus der indianischen Spiritualität.

Solche Welten existieren solange und werden als manifest angesehen, solange nicht etwas Einschneidendes geschieht wie der Tod eines geliebten Menschen oder eine Krankheit. Schlüsselerlebnisse dieser Art haben oft eine veränderte Sichtweise der Betroffenen zur Folge, die Ansichten verschieben sich, die Blickwinkel ändern sich, „an sich“ war es schon immer so, dass es auf einer variablen Basis gründete was man sich so ansah, nun wird es jedoch klar.

Wir leben in Zeiten der medialen Überflutung und der netzweiten Speicherung von Inhalten. Das hat zur Folge, dass wir meines Erachtens viele Tradierungs-Mechanismen verlieren die sich die Menschheit über Jahrtausende zu eigen gemacht hatte. Es gilt nicht, darüber zu lamentieren, es für schlecht zu halten. Aber es gilt, das zu verinnerlichen. Die Realisierung der veränderten Realisierung sozusagen. Was ich allerdings bedauere ist, dass wir sowohl in der Politik als auch in anderen gesellschaftlichen Theorien mit Oberflächlichkeit bombardiert werden. Dahinter steckt keine böse Absicht, es ist schlicht das Ergebnis der nicht mehr zu bewältigenden Vielfalt. Ein Europa ist nicht wirklich regierbar bei der Vielfalt an Völkern und Kulturen die es beinhalten. Ein Börse kann nicht wirklich zum Wohlstand der gesamten Menschheit beitragen da sie keine Güter herstellt sondern lediglich ein System der Verschiebung von Buchgeldern darstellt.

Und so liebe ich es gelegentlich, eine macro-objektivische Sicht der Dinge zu praktizieren. Hier ist noch alles überschaubar und folgt scheinbar Regeln die Bestand haben.