Perspektiven

 

Jedes einigermaßen komplexe Lebenswesen baut sich seine eigene Welt. In diesen Milliarden von Universen existieren eigene Regeln, eigene Wahrheiten, niemand kann des anderen Kosmos wirklich verstehen wenn er nicht wenigstens eine Zeitlang in dessen Mokassins gegangen ist wie es so schön heißt bei einem wahrscheinlich völlig falschen Zitat aus der indianischen Spiritualität.

Solche Welten existieren solange und werden als manifest angesehen, solange nicht etwas Einschneidendes geschieht wie der Tod eines geliebten Menschen oder eine Krankheit. Schlüsselerlebnisse dieser Art haben oft eine veränderte Sichtweise der Betroffenen zur Folge, die Ansichten verschieben sich, die Blickwinkel ändern sich, „an sich“ war es schon immer so, dass es auf einer variablen Basis gründete was man sich so ansah, nun wird es jedoch klar.

Wir leben in Zeiten der medialen Überflutung und der netzweiten Speicherung von Inhalten. Das hat zur Folge, dass wir meines Erachtens viele Tradierungs-Mechanismen verlieren die sich die Menschheit über Jahrtausende zu eigen gemacht hatte. Es gilt nicht, darüber zu lamentieren, es für schlecht zu halten. Aber es gilt, das zu verinnerlichen. Die Realisierung der veränderten Realisierung sozusagen. Was ich allerdings bedauere ist, dass wir sowohl in der Politik als auch in anderen gesellschaftlichen Theorien mit Oberflächlichkeit bombardiert werden. Dahinter steckt keine böse Absicht, es ist schlicht das Ergebnis der nicht mehr zu bewältigenden Vielfalt. Ein Europa ist nicht wirklich regierbar bei der Vielfalt an Völkern und Kulturen die es beinhalten. Ein Börse kann nicht wirklich zum Wohlstand der gesamten Menschheit beitragen da sie keine Güter herstellt sondern lediglich ein System der Verschiebung von Buchgeldern darstellt.

Und so liebe ich es gelegentlich, eine macro-objektivische Sicht der Dinge zu praktizieren. Hier ist noch alles überschaubar und folgt scheinbar Regeln die Bestand haben.

Wann kommt der browserbasierte Viewer?

Wann kommt ein nutzbarer browserbasierter Viewer für Second Life und Open Sim? Die Grid Gazette berichtete Ende November, dass die Firma Tipodean Technologies am 6. Dezember einen „ordentlichen browserbasierten Viewer“ auf Grundlage der 3D-Engine Unity herausbringe. Seitdem habe ich immer mal wieder auf der Canvas-Seite (Canvas heißt der browserbasierte Viewer) nachgeschaut.

Dort ist in der Tat der 6. Dezember als Release-Date angegeben, allerdings finden sich dort keine Möglichkeiten, das Ding zu nutzen. Nur Screenshots und eine Telefonnummer bzw. E-Mail-Adresse, die man kontaktieren soll, wenn man Interesse daran hat.

Dabei sind die Screenshots durchaus vielversprechend, denn sie zeigen zugleich, was „Canvas“ nicht kann: Man wird den Viewer offenbar zur Kommunikation und Interaktion nutzen können, nicht aber, soweit ich es sehe, zur Erstellungen von Inhalten. Nun, den meisten wird das auch ausreichen, und für den schnellen Besuch zwischendurch könnte solch ein Tool ideal sein.

Beeindruckende Ansichten/Aussichten aus einem anderen Universum

Heute habe ich mir auf meinem Desktop-Rechner zusätzlich zu meinem Windows XP (über das ich (fast) keinen Grund zur Klage habe) Ubuntu installiert. Einmal abgesehen davon, dass diese Prozedur so geschmeidig lief wie’s Katzenmachen – kein Vergleich zu früheren Jahren, wo diverse Hand- und Kopfstände nötig waren, um ein funktionsfähiges Linux auf den eigenen Rechner zu bekommen – wollte ich natürlich auch wissen, ob und wie OpenSim unter Linux läuft. Also flugs den Hippo Viewer für Linux heruntergeladen. Die Installation funktionierte so, wie man es von Windows auch kennt. Er legte den Viewer in einem Unterverzeichnis meines Home-Ordners ab und startete dann anstandslos. Lediglich bei einem zweiten Start musste ich in dem Ordner erst das richtige Script suchen, um den Viewer zu starten – hier könnte Hippo an der Verständlichkeit noch etwas nachbessern (das Startscript könnte ja z.B. „Start-Hippo-Here“ heißen).

Ansonsten bin ich schwer beeindruckt. Mir präsentierte sich auf unserer Sim eine flüssig laufende und schnell aufbauenende Umgebung. Das einzig Störende ist, dass das Antialiasing nicht zu funktionieren scheint. So sehen manche Sachen (z.B. die Fahnenmasten) aus der Ferne ziemlich eckig und kantig aus. Dafür aber läuft die Darstellung gefühlt dreimal so geschmeidig wie unter Windows.

Als nächstes werde ich mal ausprobieren, ob der Hippo-Viewer unter Ubuntu auch in Second Life funktioniert.

Hier ein paar Screenshots, die einen kleinen Eindruck vermitteln, wie sich OpenSim/OSgrid unter Ubuntu anfühlt:

leichtes Chaos (AssetService & Co Pt 2)

Also da ist Vorsicht geboten, wenn an den diversen Services geschraubt wird. Mittlerweile scheint klar zu sein, dass die Client-Abstürze daher rühren, dass ich zwischenzeitlich auf einen lokalen AssetService umgeschaltet hatte und es Unverträglichkeiten gibt nach dem Wiederaufsetzen des GridService. Zwar ist es mir gelungen die Grid.ini so zu erweitern, dass alle Regionen wieder starten konnten (lokaler Asset- und InventoryService, konfiguriert auch in der Grid.ini und nicht nur in der GridCommon.ini) was jedoch dann gegeben war, war eben dieses leichte Chaos: Es war nicht mehr möglich im Inventar Kleiderstücke oder Shapes / Skins anzulegen. Also wieder zurückrudern, alte Config wiederherstellen und hoffen, dass das entstandene Chaos sich auf meine eigenen Dinge beschränkt, was leichter zu ertragen ist 😉

AssetService & Co

Nun, das Bauen schreitet voran. Erste Wege werden angelegt mit schlicht produzierten Fotografien die jedoch schon ganz beachtlich wirken. Gut zu lernen dabei, dass man bei Übergängen gerne mal 1cm die Objekte heben oder senken sollte, damit es nicht zu dem üblichen unangenehmen Flackern kommt.

Etwas weniger Angenehmes ist aber, dass es nach einiger Arbeit stets zum Absturz des Clients kam wenn die Textur gewechselt werden sollte. Vier Versuche reichten aus mit demselben Ergebnis um für jetzt zu sagen: Es reicht ;). Anschließende Kurztests die AssetDB und die InventoryDB lokal zu erzeugen (was ich eh vorhatte, da es mir lieber ist wenn die Dinge auf der eigenen Maschine gespeichert werden; schließlich möchte man auch den GridServer ja nicht überfrachten – was auch genau das Problem gewesen sein könnte) scheiterten, es fehlt wohl etwas, das schlichte Verweisen auf den lokalen Server beim AssetService reicht nicht. Eigentlich klar, denn irgendwo muss ja auch noch der DB-Connector konfiguriert werden. Wo und wie das bei einer OSGrid-Anbindung zu tun ist und ob das überhaupt möglich ist werden wir noch ermitteln. 🙂

Web on a Prim continued: Einstellungen, Features und Umwege

Nun habe ich doch einmal die Sicherheitseinstellungen getestet, also den Zugriff auf bestimmte URL-Muster zu begrenzen. Und ich hatte Recht: Irgendeine Einstellung in Second Life (oder in der Sandbox, die ich nutzte, um das Ganze auszuprobieren) verhinderte, dass ich die erlaubten URL-Muster auf wolfsbone.de einschränkte. In OSgrid funktioniert es: *wolfsbone.de* als Filter eingetragen sorgt dafür, dass ich als User in der Adresszeile eintragen kann was ich will, der Browser Zeit immer nur Seiten an, die sich auf der Domain wolfsbone.de befinden. Ist natürlich nachteilig bei externen Links, macht also im Blog nicht so wirklich Sinn. Das Ganze ist ja aber auch dazu gedacht, den Zugriff auf andere Seiten zu unterbinden, wenn man nur bestimmte Seiten anzeigen will. Will man nun verhindern, dass jemand wie wild durch alles Mögliche surft, lässt sich das bis zu einem gewissen Grade auch erreichen, indem man einfach die Adresszeile des Browsers ausblendet (also die Mini-Toolbar statt der Standard-Toolbar einblendet).

Ein sehr gutes und interessantes Feature habe ich noch entdeckt bei meinen Experimenten. Und zwar zeigt die Toolbar eine Lupe an. Zunächst dachte ich, diese Lupe würde den Inhalt des Browsers heranzoomen, was ich nur für begrenzt sinnvoll hielt. Dahinter aber steckt eine wirklich sinnvolle Funktion: Die Kamera zoomt genau auf das Prim, so das ich den Inhalt bestmöglich betrachten kann (wie das aussieht, siehe Screenshot weiter unten).

Ja, und dann war noch die Frage, wie man Nutzern anderer Viewer klar macht, dass in dem gerade verwendeten Prim mehr steckt, als man auf Anhieb vermuten könnte. Die Lösung ist denkbar einfach: Neben der Media-Option lässt sich auch eine ganz normale Textur auf der Fläche laden. Sind die Medien deaktiviert, wird die normale Textur angezeigt. Und die kann man dann ja nutzen, um weitere Informationen zu transportieren:

Dann noch ein ärgerlicher Punkt im Zusammenspiel von Viewer 2 und OSgrid: Offenbar kommt der Viewer nicht ganz mit den Dingen, die unter Aussehen definiert wurden, klar. Zunächst konnte ich mich nur als Wolke sehen, und nachdem ich neue Outfits angelegt hatte, wurden diese immer dann teilweise überschrieben, wenn ich mich wieder mit einem anderen Viewer einloggte. Teilweise trug mein Avatar einzelene Teile doppelt, was dann zu unschönen Effekten führte.

Web on a prim – was funktioniert, was nicht

Voller Begeisterung über die Web-on-a-Prim-Funktionalität des Viewer 2 habe ich mich mal zu ein paar Tests hinreißen lassen – sowohl in OSGrid als auch im Vergleich dazu in Second Life (in der Sandbox). Wie Bert ja schon andeutete, schafft dieses Feature wahrlich neue Möglichkeiten Inworld, lässt es doch alle Beschränkungen hinter sich (oder sagen wir mal: viele), die kreatives Arbeiten jenseits der Bautätigkeit behindern.

Also zunächst einmal das, was der Browser kann: sehr, sehr viel. Alleine schon dass man mit der jeweiligen Webseite auf dem Prim interagieren kann wie in jedem anderen Browser, ist revolutionär. Man kann scrollen, Text markieren, auf Links klicken und Formularfelder ausfüllen. Aber der Browser kann offenbar noch mehr: Javascript & Co. scheinen für ihn ebenfalls kein Problem zu sein. Mir gelang es nicht nur mühelos, dieses Blog auf einem Prim aufzurufen. Ich konnte mich in den Administrationsbereich einloggen. Ich konnte den Editor aufrufen – für sich genommen relativ profane Dinge, an denen aber schon die meisten Handy-Browser scheitern. Noch mehr: Ich konnte sogar die Mediengalerie aufrufen und (vorhandene) Bilder einfügen. Was ich nicht konnte, war neue Medien hochzuladen, aber das scheint auch naheliegend. Ich nehme mal an, dass berechtigungen im Dateisystem verhindern, dass ich darauf zugreifen kann (er müsste ja auf das Dateisystem des Grids zugreifen, logisch, dass das nicht geht). Ich vermute, dass ein solcher Aufruf (Zugriff auf das Dateisystem) schon Viewerseitig untersagt ist.

Hier jedenfalls mal ein paar Screenshots, wie ich mich auf dem Blog (mit markiertem Text) und im Admin-Bereich des Blogs bewege:

Zunächst wunderte ich mich, dass die Webseiten-Darstellung beim Relog nicht mehr vorhanden war und ich den Home-Button in der eingeblendeten Leiste klicken musste, damit die Seite aufgerufen wird. Nach ein bisschen Googeln stellte ich aber fest, dass man lediglich die automatische Wiedergabe von Medien einstellen muss, damit auch die Seite direkt (also ohne zusätzliche Interaktion des Nutzers) angezeigt wird.

Etwas hakelig scheinen noch die Berechtigungseinstellungen zu sein. So wurde mir beispielsweise – wenn ich als Besitzer des Prims untersagte, dass jeder die Steuerungsleiste nutzen darf – auch als Besitzer die Steuerungsleiste nicht mehr angezeigt, obwohl das Häkchen „Eigentümer darf Steuerungsleiste nutzen“ gesetzt war.

Was leider auch nicht angeboten wird (im Viewer 2) ist die Möglichkeit, beim anklicken des Prims die Medien wiederzugeben. D.h., ich muss entweder die Steuerungsleiste sehen oder die Parzellenmedien automatisch wiedergeben.

Was in Secondlife nicht so recht zu funktioniert hat, war die Whitelist (welche Seiten dürfen aufgerufen werden). Google.com als Eintrag wurde akzeptiert. Wolfsbone.de/simworlds nicht. Ich vermute, dass das eine Einstellung in Second Life ist, habe es aber in OSGrid noch nicht getestet.

Äußerst schade ist natürlich auch, dass das Feature (noch) nicht von anderen Viewern unterstützt wird. Das liegt aber wohl daran, dass es eher ein Viewer-Feature als ein Inworld-Feature ist. Mit meinem eher bescheidenen technischen Verstand würde ich vermuten, dass die einzige Erweiterung Inworld darin besteht, dass im Prim eine URL hinterlegt wird (und die Anweisung, auf welcher Seite des Prims diese dargestellt werden soll sowie diverse Berechtigungen), alles andere macht der Viewer.

Media on a Prim mit OpenSim

Wunderbar, das klappt 🙂
Und schafft somit ganz neue Möglichkeiten.
Insbesondere Bilderausstellungen oder inworld-Dokumentationen sind somit jetzt möglich, Web3D nähert sich mit großen Schritten.

Bedauerlicherweise ist – nicht nur für das Anlegen – sondern auch für die Darstellung der SL-Viewer2 notwendig. Das wird den Kreis der Nutzer natürlich stark einschränken und unsereiner wird sich möglicherweise damit abfinden müssen, sich um das sehr gewöhnungsbedürftige Design des SL-Viewers zu kümmern um damit die mit anderen erreichte Effizienz beim Bauen zu erreichen. Aber die Vorteile scheinen im Moment zu überwiegen, schauen wir mal was die Performance sagt.

Web on a Prim mit dem Viewer 2

„Web on a Prim“ scheint mittlerweile Problemlos möglich zu sein. Und zwar nicht so, wie man es bisher machte (kompliziert mit Media-Textur über die Landeinstellungen), sondern pro Prim und einfach über die Textureinstllungen. Das ist aber nicht das einzig neue: Hat man eine URL für eine Adresse definiert, wird aus dem Prim sogar ein vollwertiger Browser, über dem eine Adressbar eingeblendet wird. Allerdings (und hier kommt ein kleiner Haken): Das Ganze funktioniert nur mit dem Viewer 2 (von Linden). Ich habe es in SL selbst ausprobiert. Ältere (oder andere aktuelle Viewer wie der Hippo) scheinen das Feature nicht zu unterstützen. Dass es aber grundsätzlich auch in OpenSim läuft, demonstriert folgendes Video (via Grid-Gazette):

Ninja Number Two

Im Laufe des Tages konnte ich heute beobachten, dass die Load der Maschine recht erheblich war. Der sonst übliche Neustart wegen aufgeblähtem Mono brachte nichts, ohne Betrieb auf den SIMs blieb die Last bei einer nahezu ausgelasteten CPU (von zweien). Also dann mal rein ins Grid und schauen was da so los ist. Der erste Eindruck: Das übliche wenn etwas viel Power nimmt: Bewegen war kaum möglich. Mittels Ctrl-Shift-1 war denn auch klar wo es herkam: 200ms und mehr Physics-Time je Frame, wo das verursacht werden mag? ;). Ein Sichten der vorhandenen Objekte brachte denn auch Klarheit, und zunächst dachte ich wir hätten Besuch gehabt von jemandem der ein wenig „aufgeräumt“ hat: Nahezu alle physischen Objekte lagen wild zuckend auf dem Boden rum statt locker zu pendeln wie es die Absicht war. Ob das jetzt am Neustart lag oder sich die Dinger einfach im Laufe der Zeit verselbständigen bleibt zunächst unklar. Klar ist auf jeden Fall eines: So geht’s nicht, weil dass sich während der Abwesenheit ein beliebiges Chaos einstellt ist nicht akzeptabel. Also war es das zunächst mit der Ninja-Physics, ich gehe wieder zurück auf die althergebrachte Steuerung von Objekten und konstruiere die „Gelenke“ selbst. Zwar wesentlich aufwändiger, aber dafür auch sicher. Außerdem brauche ich keinerlei Hilfsobjekte die die Bewegungen zwangs-initiieren. 🙂